die spieler
Ken
Der Stefan sieht aus wie Ken, der Mann von Barbie.
Oder wie Big Jim, die Spielzeugfigur aus den Siebzigern.
Blonde Haare, athletische Figur, sympathisches Lächeln, dieser Typ eben.
Er hat BWL gelernt, ist jetzt in der Finanzbranche tätig.
Geradezu die Idealbesetzung des Vorzeige-Schwiegersohnes.
Wäre da nicht dieser abgrundtiefe Pessimus in seinem Herzen.
Vor jedem Spiel, vor jedem Training, vor jedem sonstigen Treffen stellt sich ihm die bange Frage:
Findet es überhaupt statt?
Werden genügend Spieler anwesend sein?
Ist der Schiri auch wirklich informiert?
Diese zerrüttenden Gedanken lassen den Ken nicht mehr los, bis er zum Telefonhörer greift:
"Weißt Du, ob wir heute wirklich spielen?
Ja?
Bist Du Dir sicher?
Hattest Du von allen eine verbindliche Rückmeldung?
Ja?
Und wenn Sie alle doch nicht kommen werden?".
Innerlich zerrissen steigt er schließlich ins Auto und braust ins Ungewisse.
Werde ich der Einzige vor Ort sein?
Und siehe da:
Die Schluss-mit-Lustig-Welt ist heil, alle sind anwesend.
Zum Lohn für sein Kommen darf der Ken dann auf fast jeder Position spielen, weil er es überall ganz gut kann.
Apropos Kommen:
Der Ken ist eigentlich immer da und ein Vorbild an Zuverlässigkeit.
Bis heute.
Aber wie wird es beim nächsten Mal sein?
Werden sie alle kommen?


