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EINE KURZE GESCHICHTE DER FUSSBALLMANNSCHAFT SML

Once upon a time…

In der RBL, der Königlich Bayerischen Fußball-Liga für Freizeitmannschaften, spielten im Laufe der Jahrzehnte Teams, deren legendärer Ruf die Zeit überdauerte. Andere verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren, nicht ohne die eine oder andere Unstimmigkeit (etwa die sogenannten „Söhne Münchens“, die nach kurzem, sportlich weitgehend erfolglosem Gastspiel, eine kindische Fehde mit dem RBL-Gremium nutzten, um Ihren Abschied zu nehmen. Nicht, dass sie jemand vermisst hätte).

Dies jedoch ist die Geschichte der wohl berühmtesten aller Truppen, deren Spieler unisono durch glänzende Balltechnik, höchste Laufbereitschaft, strategisches Geschick sowie unfassbar gutes Aussehen glänzten, gemäß dem Verdikt eines Christiano Ronaldo: „Ich weiß auch nicht, wieso die Zuschauer mich andauern auspfeifen. Wahrscheinlich, weil ich reich, berühmt und schön bin und ein toller Fußballer.“

Dabei begann alles wie jede ordentliche Evolution: durch Zufall, oder zumindest zufällige Ereignisse, deren Fortgang kein Hollywood-Drehbuch besser hätte schreiben können.Am Anfang waren da zwei Mannschaften, beide der RBL von Anbeginn zugehörig, mit äußerst seltsamen Namen: die EMPTY TROUSERS und die PURPLE PANTHERS. Beide krebsten mit überschaubarem Erfolg in unterklassigen Ligen herum.

Die TROUSERS waren von überbordendem Ehrgeiz geprägt, die soziale Harmonie des Freizeitfußballs ein unerreichbares Utopia. Ein bezeichnendes Ereignis stellte etwa das herbe Schicksal des linken Außenverteidigers Can dar, der (zu diesem Zeitpunkt) ein zwar begabter, doch strategisch limitierter Protagonist mit Stammplatz auf der Ersatzbank war. Als sich eines Spieltages einer der Anfangs-Elf kurz nach Beginn verletzte, wechselte sein Coach nicht etwa den Can ein, sondern beschloss kurzerhand, lieber zu zehnt weiterzukämpfen… Can leidet heute noch an Depressionen, die er durch ein cooles Machogehabe zu übertünchen versucht. Erfolglos.Die PANTHERS litten hingegen unter dem etwas unglücklich gewählten Schriftzug auf ihren Trikots, die zwar nicht purple waren, doch zumindest allgemeine Zweifel hinsichtlich ihrer sexuellen Präferenz zuließen, womit wenigstens zwei Drittel des Teams doch ihre Probleme hatten. Um entsprechende Gerüchte zu widerlegen, legten sie in den Matches eine oft überharte Gangart ein, was aber ebenso an der vorsintflutlichen Taktik lag, die ihnen ihr damaliger Trainer vermittelt hatte. Selbiger hatte besonderes Vergnügen an harter Manndeckung, was, man ahnt es, die Gerüchte eher befeuerte denn minderte.

Trafen die TROUSERS nun auf die PANTHERS, was der Spielplan nur zu oft hergab (beide kickten geographisch im Umfeld des Glasscherbenviertels Giesing), begann regelmäßig ein übles Geholze minderer fußballerischer Qualität. So hatte der Spieler Cheffe von den PANTHERS einmal aus lauter Frust den TROUSERS-Paten Jürgen und seine eckigen Kringel mit dem Ball dermaßen satt, dass er ihn kurzerhand mittels Blutgrätsche aus den Socken haute. Jürgen hat deswegen heute einen arthritischen Zeh.Also, was soll man sagen: man war sich gegenseitig sehr sympathisch und kannte sich aus dem Effeff. Und so kam es eines Tages zum Unvermeidlichen: die zunehmende Personalnot (eine dauerhafte Problematik im Freizeit-Fußball: so begoss etwa Sascha von den TROUSERS zu diesem Zeitpunkt seine ungefähr sechste Vaterschaft. Sowas kostet halt Zeit) brachte das Management beider Mannschaften auf die wegweisende Idee, eine Fusion anzustreben…Die Reaktionen in beiden Lagern waren sofort leidenschaftlich und begeistert („WAS? MIT DEN VOLLPFOSTEN?“) und ebneten den demokratischen Prozessen den Weg, sprich, die Verantwortlichen Alex (PANTHERS) und Jürgen (TROUSERS) machten im stillen Kämmerlein klar Schiff, wobei Alex seine natürliche Arroganz nutzte, um den ihm zwar verhassten Team-Namen der PANTHERS dem Jürgen auf das Auge zu drücken („Seid’s Ihr zu uns gekommen oder wir zu Euch?“).

Bei den PANTHERS hatte mittlerweile die Moderne Einzug erhalten, und zwar in Gestalt des neuen Trainers Cheffe, der mit seinen Ideen immer am Puls der Zeit werkelte, um dem Team eine Handschrift zu verleihen, die seinem ästhetischen Empfinden entsprach, der aber auch die Fähigkeit hatte, die einst Klinsmann zu Unrecht für sich reklamierte, nämlich einzelne Spieler besser zu machen. Kaum war die Fusion vollzogen, begann das Spezial-Training für den Can: Taktik und rechter Fuß. Und mit dem Rainer: Laufwege. Und mit dem Ruud: So spielt Leverkusen grade. Und mit dem Chris: Solange Du Sechziger bist, machst Du bei mir kein Spiel mehr.Die neue Allianz ließ sich dementsprechend sowohl zwischenmenschlich als auch sportlich hervorragend an. Man flog förmlich durch die Saisons, harmonierte immer besser, Sascha wurde zum achten Mal Vater, und immer mehr spezielle Begabungen innerhalb der Mannschaft traten ans Tageslicht. So zum Beispiel die Fähigkeit, jedwedes Geschehen auf eine Art zu kommentieren, die des Willi-Ente-Lippens-Gedächtnispreises (Schiedsrichter: „Ich verwarne Ihnen.“ – Lippens: „Ich danke Sie.“) mehr als würdig war. Wir wollen dem werten Leser einzelne Höhepunkte nicht vorenthalten…

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